Vorabinformation:
Der Krisenstab der Gemeinde Weißenborn hat bereits mehrfach mit den Stadtwerken Eschwege wegen der Versorgungssituation bei Stromausfällen gesprochen und Informationen ausgetauscht.
Es ist nicht einfach, eine verifizierte Aussage bei einem Stromausfall zu der Dauer gleich zu Beginn des Ausfalls zu tätigen. Wichtig zu wissen ist, dass die Stadtwerke sofort bei einem Ausfall über diesen mit Standortangabe über ein digitales Erkennungstool informiert werden. Bis jedoch der Bereitschaftsdienst der Stadtwerke vor Ort ist und z.B. einen Menschenschaden und Folgeschäden ausschließen kann, ist sicherlich der zeitlich anspruchsvollste Part. Wenn es sich dann auch noch um ein schwer erreichbares Gebiet mit Oberlandleitungen handelt, wird es besonders anspruchsvoll.
Als Zusatzinformation für die Wasserversorgung in unserer Gemeinde bei einem Stromausfall ist zu wissen, dass über den Hochbehälter in Weißenborn mit seinen 2 x 200 m³ Wasserbehältern beide Ortsteile versorgt werden. Aufgrund der Höhenlage, läuft das Trinkwasser ohne Strom bis zum letzten Haus in beiden Ortsteilen. Der Bedarf für Weißenborn und Rambach (ohne einschränkende Maßnahmen) beträgt täglich ca. 100 bis 120 m³ Trinkwasser. Somit haben wir zumindest eine gute Versorgungssicherheit in diesem Bereich, auch wenn der Strom mal längere Zeit ausfallen sollte. Um auch darüber hinaus das wichtige Thema „Trinkwasser“ sicherstellen zu können, treffen wir gerade eine Notstrom Vorsorge, um aus dem Hochbehälter "Sattel" (im Schlierbach) punktuell in unseren Hochbehälter Wasser hineinpumpen zu können.
Selbstverständlich sind wir alle (die Versorger und die Gemeinde) bemüht, schnellstmögliche Informationen an die Bürger bei einem Stromausfall zu geben. Wenn aber nun mal der Strom tatsächlich „unangemeldet“ länger als 10 bis 15 Minuten weg ist, ist auch der Akku oder das USV der Mobilfunkmasten leer und die Handynetze funktionieren dann zur Informationsweitergabe nicht mehr. Auch die Verteiler der Breitbandkabel sind nur für 2 bis vielleicht 10 Stunden „gepuffert“…es bleibt für uns alle ein spannendes Thema und wird durch die tägliche Presse mit den Krisen- und Katastrophenmeldungen nicht einfacher beim Kommunizieren - vor allem bei dem WAS, WANN und WIE ist eine sinnvolle Kommunikation angebracht.
Mäurer - Bürgermeister
Presseartikel der Werra - Rundschau vom 15. Oktober 2026
Störung an Oberleitung kappt Strom
Eschweger Stadtwerke haben nach Ausfällen Weißenborn und Rambach entkoppelt
STEFANIE SALZMANN
Weißenborn/Rambach – Störungen an einer Oberlandleitung zwischen Rambach und Rittmannshausen haben in den vergangenen Wochen in Weißenborn und Rambach zu mehreren Stromausfällen gesorgt. Das führte dazu, dass jeweils beide Ortsteile gleichzeitig von der Versorgung abgeschnitten waren.
Was die Menschen bis vor wenigen Jahren noch mit einer gewissen Schicksalsergebenheit hingenommen haben, sorgt inzwischen in den Orten für helle Aufregung und Panik, wie Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer schildert. Seiner Ansicht nach liegt das an der globalen Grundstimmung, die geprägt ist von Krisenangst. Tatsächlich waren die Dörfer Weißenborn und Rambach jeweils innerhalb maximal einer Stunde wieder am Strom. Kurz zuvor war auch bereits die Feuerwehr im Notfallmodus, denn die muss laut des Notfallprogramms des Landes Hessen nach einer Stunde ohne Stromversorgung die Feuerwehrgerätehäuser personell besetzen.
Beide Ortsteile werden durch die Eschweger Stadtwerke versorgt, einmal über die Oberleitung zwischen Rittmannshausen und Rambach und einmal über eine Erdleitung zwischen Eschwege und Weißenborn.
Der erste Stromausfall der vergangenen Wochen fand nachts statt, wie Ralf Herrmann, technischer Leiter der Eschweger Stadtwerke, weiß. Die Stadtwerke hatten ihren Bereitschaftsdienst alarmiert, der die schwer zugängliche Oberleitung zwischen Rambach und Rittmannshausen kontrolliert hatte. „Aus Sicherheitsgründen können wir den Strom erst wieder einschalten, wenn feststeht, dass kein Kabel auf der Straße oder Ähnliches liegt“, sagt Ralf Herrmann, Technischer Leiter der Eschweger Stadtwerke. Die zirka zwei Kilometer lange Oberleitung zwischen Rittmannshausen und Rambach führt über einen schlecht zugänglichen Berg im Zickzack durch den Wald, einen parallel laufenden Weg gibt es nicht. „Weißenborn war nach 42 Minuten wieder am Netz, Rambach nach 63 Minuten“, so Herrmann. „Wir hatten dort einen Kurzschluss, möglicherweise war ein Ast auf die Oberleitung gefallen“, sagt Herrmann.
Ein weiterer Stromausfall ereignete sich zu Beginn dieser Woche um die Mittagszeit. Weißenborn war in diesem Fall 30 Minuten ohne Saft, Rambach etwa 45 Minuten. Auch da hatte es erneut einen Kurzschluss im Bereich der Oberleitung gegeben.
Ortsteile sind jetzt entkoppelt
Die Eschweger Stadtwerke haben jetzt die beiden Ortsteile versorgungstechnisch entkoppelt. In Weißenborn ist nun ein Endschalter automatisiert worden, das heißt, die Stadtwerke können diesen von Eschwege aus fernsteuern und Weißenborn sofort wieder ans Netz nehmen. „Wenn jetzt auf der Oberleitung zwischen Rambach und Weißenborn was passiert, fliegt zumindest Weißenborn nicht mehr raus“, sagt Herrmann.
Der technische Leiter der Stadtwerke registriert aber inzwischen auch eine extrem hohe Anspruchshaltung. Dass nach einer nächtlichen Störung in unzugänglichem Gelände nach 45 Minuten wieder alle Strom haben, sei eine gute Leistung. Und im Vergleich zur Vergangenheit nahmen die Stromausfälle im Versorgungsgebiet der Stadtwerke deutlich ab. „Das ist viel besser geworden. Wir investieren in die Stromnetze, ersetzen Leitungen.“