Montag, 06. Juli 2026, Werra Rundschau
Aktionswoche gegen Wohnungseinbrüche
Polizei reagiert auf gestiegene Fallzahlen in Hessen und im Werra-Meißner-Kreis
Wohnungseinbrüche bleiben ein gravierender Eingriff in die Privatsphäre und ein Schwerpunkt polizeilicher Präventionsarbeit.
Werra-Meißner – „Wohnungseinbruchsdiebstähle treffen die Menschen dort, wo sie sich am sichersten fühlen sollten, nämlich in den eigenen vier Wänden.“, sagt Innenminister Roman Poseck. Gerade deshalb war es der hessischen Polizei ein Anliegen, gegen den Anstieg des letzten Jahres vorzugehen und ganz Hessen wieder sicherer gegenüber Diebstählen und Einbrüchen zu gestalten. Während der Aktionswoche gegen Wohnungseinbruchsdiebstähle im Juni sollte auch der Werra-Meißner-Kreis wieder sicherer gestaltet werden.
Mittelfristig zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik zwar eine erfreuliche Entwicklung, denn zwischen 2015 und 2025 sind die Wohnungseinbruchdiebstähle in Hessen um rund 42 Prozent zurückgegangen. Im vergangenen Jahr gab es hessenweit aber einen signifikanten Anstieg. Im Jahr 2025 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Hessen insgesamt 6777 Fälle des Wohnungseinbruchsdiebstahls erfasst. Gegenüber dem Vorjahr (2024: 5867 Fälle) entspricht dies einem Anstieg um 910 Fälle beziehungsweise 15,5 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Werra-Meißner-Kreis.
2025 stiegen die Fallzahlen auf 73 deutlich an. Im Jahr zuvor waren es noch 35. Gegenüber 2024 bedeutet dies einen deutlichen Anstieg von 108,6 Prozent. Von diesen 73 Delikten wurden 14 Taten zur Tageszeit begangen.
Vorigen Monat wurden die Maßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Einbrechern intensiviert. Neben verstärkten Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen standen Präventionsangebote sowie eine umfassende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus. Während der Aktionswoche führten Einsatzkräfte der sieben hessischen Polizeipräsidien mit Unterstützung des Hessischen Präsidiums Einsatz umfangreiche offene und verdeckte Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen durch.
Diese konzentrierten sich insbesondere auf überregionale Reisewege, Autobahnen und bekannte Aufenthaltsorte von bereits im Deliktsfeld straffällig gewordenen Personen. Insgesamt wurden während der Einsatzwoche 2251 Personen und 1124 Fahrzeuge kontrolliert, 38 Objekte überprüft und eine Person festgenommen.
Das Thema Wohnungseinbruchdiebstahl habe für die Polizei in Nordhessen eine besonders hohe Priorität, sagt Sprecher Daniel Kalus-Nitzbon. „Es trifft die Menschen in ihrem unmittelbaren privaten Lebensbereich und beeinträchtigt damit das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden nachhaltig.“
Dieser Eingriff in die Privatsphäre macht eine konsequente Bekämpfung dieser Delikte zwingend erforderlich. Deshalb hat sich auch die Polizei im Werra-Meißner-Kreis an der hessenweiten Aktionswoche gegen Wohnungseinbruchsdiebstahl vergangene Woche beteiligt und im Zuge mehrerer Kontrollen zahlreiche Fahrzeuge und Personen kontrolliert.
„Die Zahlen im Zusammenhang mit den Wohnungseinbruchsdiebstählen waren seit 2020 auf dem niedrigsten Niveau im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Nordhessen, dies ist auch 2025 – trotz des Anstiegs – weiterhin der Fall“, erläutert Kriminalrat Karsten Rommel die statistischen Zahlen. „Gleichzeitig ist es aber auch ein Auftrag an uns als Polizei in diesem Kriminalitätsbereich, durch präventive und repressive polizeiliche Maßnahmen dem Anstieg entgegenzuwirken.“
LUCY HALT
Infos für Bürger
Bürger haben die Möglichkeit, sich ganzjährig über geeignete Maßnahmen zur Sicherung ihres Zuhauses zu informieren. Die Fachberaterinnen und Fachberater der kriminalpolizeilichen Prävention stehen hessenweit für kostenlose und neutrale Beratungen zur Verfügung. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage der hessischen Polizei unter: